Wie hoch sollte die Datenübertragung meines Routers sein?

Brauche ich überhaupt WLAN?

Wer nur einen Desktop-Rechner Zuhause hat und keine mobilen Geräte benutzt (Smartphone, Tablet, Laptop etc.), der braucht erstmal kein WLAN. Allerdings sollte man den Blick in die Zukunft richten und überlegen, ob ein einfacher LAN-Router auch in Zukunft ausreicht. Im Zuge der Digitalisierung und dem „Internet of Things“ sollte man sich lieber auf den „Ernstfall“ vorbereiten und sich einen WLAN-fähigen Router anschaffen. Sicher ist sicher!
Auch wenn Gäste, Freunde und Familie zu Besuch sind ist es immer schön, wenn sie sich per WLAN mit dem Netz verbinden können um mobile Daten zu sparen.

Wie schnell sollte die Datenübertragung sein für…

Surfen & E-Mails

Zum einfachen Surfen und Mailen reicht eine kleine Leitung. Mit 16 Mbit/s ist man meist gut bedient. Eine Google Suche verbraucht ca. 200 Kbit und ist somit schnell geladen. Aufwändigere Seiten wie zum Beispiel Nachrichtenseiten oder Videoplattformen verbrauchen dementsprechend mehr und brauch auch länger zum Laden. Auch bei großen Dateianhängen in E-Mails ist eine große Datenrate angenehmer. Wobei die Dateianhänge meist auf 20-30 MB pro E-Mail begrenzt sind. Somit bräuchte eine 16 Mbit/s Leitung auch nicht länger als 2-3 Sekunden um die Daten herunterzuladen.

HD-Streaming

Ein HD-Film (1080p) auf Netflix verbraucht ca. 3 GByte pro Stunde, das entspricht ca. 24 Gbit pro Stunde. Auf Sekunden runtergerechnet sind das 0,0067 Gbit/s oder 6,67 Mbit/s. Somit würde theoretisch eine 16 Mbit/s Leitung reichen, da die Datenraten aber praktisch stark nach unten abweichen, ist mindestens eine 25 Mbit/s Leitung zu empfehlen. Für einen Ultra-HD-Film bräuchte man auf Netflix ca. 7 GByte pro Stunde, umgerechnet 56 Gbit/h. Das ergibt 15,6 Mbit/s. Durch die Abweichung ist für UHD-Filme somit eine 50 Mbit/s Leitung empfehlenswert.

Gaming

Für das richtige Gamingerlebnis spielt die Bandbreite der Internetleitung nur eine untergeordnete Rolle. Mit einer 25 Mbit/s Leitung kann man aktuelle Spiele ohne Probleme spielen. Viel wichtiger als die Bandbreite ist der sogenannte Ping. Dieser gibt an, wie lange ein Datenpaket vom Rechner über die Leitung zum Server und wieder zurück benötigt. Die Pingzeiten der einzelnen Internetanschlüsse sind in Lektion 1 einsehbar. Mit einem Ping von 30-50 ms kann man gut spielen, je niedriger desto besser.
Leider kann man den Ping nur begrenzt beeinflussen. Zum Beispiel kann man in den Einstellungen des Routers den eigenen PC priorisieren, sodass andere Geräte zum Teil weniger Bandbreite zur Verfügung steht. Auch sind so wenige verbundene Geräte wie möglich von Vorteil. Schon eine Update-Anfrage vom Smartphone kann den Ping am PC beeinträchtigen.

Downloads

Bei Downloads sagt man: Je mehr desto besser. Es kommt aber nicht nur auf die eigene Übertragungsrate Zuhause an (welche sich aus dem Anschluss und der Leistung des Routers zusammensetzt), sondern auch auf den Server von welchem man die Inhalte herunterladen möchten. Wenn du zum Beispiel eine VDSL-Leitung mit 100 Mbit/s hast, dein Router eine Übertragungsrate von 450 Mbit/s schafft aber der Zielserver nur eine Geschwindigkeit von 10 Mbit/s zulässt, lädst du deine Dateien mit 10 Mbit/s runter. Ausschlaggebend ist somit immer das „schwächste Glied“ in der Kette.

Nächste Lektion:
Welcher ist der richtige WLAN Standard für mein Zuhause?

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