Die verschiedenen Internetanschlüsse Kurz & knapp erklärt

Überblick über die gängigsten Internetanschlüsse

Bei den vielen Unterschieden der Internetanschlüssen verliert man schnell den Überblick. Um die Recherche zu vereinfachen, gibt es auf dieser Seite eine Auflistung der gängigsten Internetanschlüsse in Deutschland sowie eine kurze und einfach Erklärung der Technik.
In der nachfolgenden Tabelle siehst du alle Anschlüsse mit der jeweils höchstmöglichen Geschwindigkeit. Der Pfeil dahinter sagt dir, wie der Ausbau in Zukunft tendenziell sein wird.

max. Geschwindigkeit* Verfügbarkeit in Zukunft
ISDN 64 kbit/s
ADSL 8 Mbit/s
ADSL2+ 25 Mbit/s
VDSL 50 Mbit/s
VDSL Vectoring 100 Mbit/s
Kabel 500 Mbit/s
LTE 375 Mbit/s
Glasfaser 1 Gbit/s ↑ ↑

Legende
↓ = sinkend, ↔ = neutral, ↑ = steigend, ↑↑ = stark steigend

ISDN

Integrated Services Digital Network – kurz ISDN – ist ein internationaler Standard für digitale Telekommunikation. Über eine ISDN-Leitung können verschiedene Dienste in Anspruch genommen werden wie Telefon, Internet oder Fax. Im Vergleich zu den älteren analogen Anschlüssen, können bei ISDN zwei voneinander unabhängige Kanäle genutzt werden, so kann man zum Beispiel gleichzeitig telefonieren oder im Internet surfen.
Wirklich Zukunft hat die Technik nicht, die Telekom möchte bis 2018 alle ISDN-Anschlüsse auf IP umgestellt haben. Auch wer noch keinen DSL-Anschluss Zuhause hat, aber dafür einen ISDN-Anschluss, sollte sich überlegen ob nicht ein LTE-Router in Frage kommt.

Vorteile Nachteile
  • Manche alten Kartenlesegeräte funktionieren nur über ISDN
  • Extrem langsame Datenübertragung
  • Technisch überholt
  • Eher selten als Flatrate möglich

ADSL

ADSL ist die Abkürzung für Asymmetric Digital Subscriber Line. Es ist eine DSL-Variante, bei der die Datenübertragung asymmetrisch verläuft. Dass heißt, die Download- und Updloadgeschwindigkeiten sind nicht gleich hoch. Bei ADSL ist die Downloadgeschwindigkeit (bis 8 Mbit/s) höher als die Uploadgeschwindigkeit (bis 1 Mbit/s). Ein Problem stellt dies nicht da, weil fast alle Privatkunden mehr Daten empfangen als senden.

Vorteile Nachteile
  • Baut auf DSL-Übertragungsstandard auf
  • Fast ausschließlich Flatrate-Angebote
  • Im heutigen Vergleich langsame Übertragung
  • Realistische Bandbreite abhängig von Leitungslänge

ADSL2+

ADSL2 sowie ADSL2+ sind Weiterentwicklungen der ADSL-Norm, welche sich besonders durch höhere Datenraten und Reichweiten auszeichnen. Die mögliche Datenübertragung liegt für ADSL2 im Download bei bis zu 12 Mbit/s, im Upload geht es bis zu 1 Mbit/s. ADSL2+ ist noch ein bisschen flotter, neben der gleichen Uploadrate von 1 Mbit/s liegt die Downloadgeschwindigkeit bei bis zu 25 Mbit/s. Zusammen mit einem durchschnittlichen Ping von 15-30 ms sind ADSL2 und ADSL2+ also völlig ausreichend für einfache Onlinegames.

Vorteile Nachteile
  • Höhere Datenraten möglich um z.B. HD Videos zu streamen
  • Weniger störanfällig für äußere Einflüsse
  • Realistische Bandbreite abhängig von Leitungslänge

VDSL

Very High Speed Digital Subscriber Line – was einem Zungenbrecher gleicht, ist eher bekannt unter dessen Abkürzung VDSL. VDSL bietet deutlich höhere Datenübertragungsraten als die anderen DSL-Techniken. Standardmäßig wird bei allen DSL-Anschlüssen die sogennante „letzte Meile“ mit einem Kupferkabel überbrückt. Die Downloadrate liegt bei bis zu 50 Mbit/s, die Uploadraten bei bis zu 10 Mbit/s. Große Datein können somit schnell heruntergeladen werden. Eine 1 Gigabyte große Datei braucht ca. 2-3 Minuten zum Laden. Besonders für Gamer ist der Ping wichtig, bei einer VDSL-Leitung liegt er im Durchschnitt zwischen 15-30 ms, ein sehr guter Wert um ruckelfrei zu spielen.
Besonders für Haushalte mit mehreren Personen oder Mehrfamilienhäuser ist ein VDSL-Anschluss schon fast Pflicht, damit alle Endgeräte mit der nötigen Bandbreite versorgt werden.

Vorteile Nachteile
  • Schnelle Datenübertragung
  • Für die meisten Anwendungen völlig ausreichend
  • Zukunftssichere Technik
  • Realistische Bandbreite abhängig von Leitungslänge
  • Im Vergleich zu ADSL geringere Verfügbarkeit, jedoch Tendenz steigend

VDSL Vectoring

VDSL-Vectoring ist eine Erweiterung von VDSL. Durch diese können wesentlich höhere Datenraten als beim ursprünglichen VDSL erreicht werden. Die Technik ist schnell erklärt: Die Glasfaserleitung geht bis in den Kabelverzweiger an der Straße, jedoch nicht bis ins Haus. Für diese letzte Meile wird das vorhandene Kupferkabel genutzt. In dieser Leitung liegen viele Kupferdoppeladern nebeneinander, welche sich gegenseitig elektromagnetisch „stören“, falls sie nicht ausreichend voneinander abgeschirmt sind. Durch das Vectoring werden die gegenseitigen Störungen mithilfe einer aufwändigen Rechnung kompensiert, es wird quasi ein Gegensignal durch die Leitung gesendet um die Störung auszugleichen.
Im Endeffekt können 100 Mbit/s im Download sowie bis zu 40 Mbit/s im Upload erreicht werden. Auch der Ping liegt teilweise zwischen 10-15 ms.

Vorteile Nachteile
  • Günstiger als Glasfaser
  • Optimale Geschwindigkeit, um auch in Zukunft sorgenfrei zu surfen
  • Alternative zu Kabel-Internet
  • Nur „Übergangslösung“ zu Glasfaserausbau

Kabel

Wer Zuhause einen TV-Kabelanschluss hat, kann über diesen in den meisten Fällen auch Internet beziehen. Vodafone Kabel Deutschland, Unitymedia und telecolumbus, die drei größten Anbieter, haben ihre Netze in den meisten Regionen soweit modernisiert, dass es möglich ist. Schätzungsweise 65-75 % der Haushalte können somit Internet über Kabel beziehen. Voraussetzung ist auch, dass die vorhandene Kabeldose (TV und Radio) durch eine Multimediadose ersetzt wird (Internet + TV + Radio). Auch kann Internet nur über einen spezielle Kabel-Router empfangen werden, welcher das Signal umwandelt. Ein normaler Router ist meist nur in der Lage, das Signal aus der Telefonleitung (DSL/ISDN) umzuwandeln. Im Downloadbereich sind Übertragungsraten bis zu 500 Mbit/s möglich, im Upload bis zu 50 Mbit/s.
Der Ping liegt durchschnittlich zwischen 20-30 ms, wobei auch hier Abweichungen möglich sind, je nachdem wo man sich befindet.

Vorteile Nachteile
  • Highspeed Internet mit bis zu 500 Mbit/s

LTE

LTE, kurz Long Term Evolution, ist ein Mobilfunkstandard der 3. Generation. Fälschlicherweise wird LTE in der Werbung als 4G bezeichnet, obwohl 4G technisch gesehen mit LTE-Advanced gleichzusetzen ist und LTE selbst mit dem Standard 3.9G . Nichtsdestotrotz bekommt man über LTE schon eine ordentliche Downloadrate von bis zu 375 Mbit/s sowie Uploadraten von bis zu 30 Mbit/s. Diese sind allerdings abhängig vom Standort, denn die Netzabdeckung ist nicht in allen Gebieten gleich hoch. Um Internet für Zuhause über LTE zu bekommen, benötigt man einen speziellen LTE-Router, da dieser einen Slot für die SIM-Karte hat.
Jeder der schon mal über LTE gezockt hat weiß, dass es keine Freude ist. Der Ping liegt im Durchschnitt zwischen 20-80 ms, schwankt also zu stark um flüssig und frustfrei Onlinegames zu spielen.

Vorteile Nachteile
  • Schnelles Internet auch unterwegs
  • Hohe Downloadraten im städtischen Bereich
  • Netzabdeckung abhängig vom Standort
  • Meist keine Flatrate, sondern begrenztes Datenvolumen

Glasfaser

Der absolute Spitzenreiter unter den Internetanschlüssen: Downloadraten mit bis zu 1 Gbit/s (1.000 Mbit/s) sowie Uploadraten bis zu 500 Mbit/s! Glasfaseranschlüsse sind zwar aktuell noch selten, jedoch wird gerade massiv in den Ausbau investiert. Die Technik setzt auf die Datenübertragung via Lichtwellenleiter (deshalb heißen manche Glasfaserverträge auch „LWL“ = Lichtwellenleiter). Bei diesem Medium gibt es keinen Verlust der Datenübertragungsrate, egal wie lang die Leitung ist. Man unterscheidet beim Glasfaseranschluss grundsätzlich zwischen drei Modellen:

FTTC (Fibre to the Curb)
Die Glasfaserleitung geht bis an den Bordstein, also den Verteilerkasten vor dem Haus/an der Straße. Das letzte Stück Leitung zum Kunden ist weiterhin aus Kupfer.

FTTB (Fibre to the Building)
Die Glasfaserleitung geht bis ins Gebäude, zum Beispiel in den Keller. Von da geht es ebenfalls über die Kupferleitungen in den Router.

FTTH (Fibre to the Home)
Die Glasfaserleitung geht direkt bis in den Router. Hierfür ist ebenfalls ein besonderer Router zu verwenden, da das Lichtsignal anders verarbeitet werden muss als zum Beispiel das Signal aus der Kupferleitung.

Vorteile Nachteile
  • Ping liegt zwischen 5-20 ms
  • Keine Beeinträchtigung der Datenrate durch lange Leitungen
  • Aktuell noch teurer als VDSL- und Kabelverträge

Empfehlung

Da Glasfaser für den normalen Gebrauch aktuell noch zu teuer ist, muss jeder individuell entscheiden ob es sich lohnt. Insgesamt kann festgehalten werden, dass VDSL sowie VDSL-Vectoring für den normalen Gebrauch die perfekte Geschwindigkeit bieten. Ob Streaming, Gaming oder der Download von großen Dateien, mit VDSL ist man stets gut beraten.
Jedoch sollte auch ein Kabelanschluss in Betracht gezogen werden, da dieser meist sogar günstiger ist als ein VDSL-Vertrag.
In jedem Fall ist es aber zu begrüßen, dass aktuell viel in den Ausbau der digitalen Infrastruktur gesteckt wird, damit Deutschland als Industriestandort auch in Zukunft attraktiv für die Unternehmen bleibt.

Nächste Lektion:
Habe ich einen IP Anschluss Zuhause?

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